So ein wenig Populismus tut doch nicht weh!

“Das wird man ja noch sagen dürfen!” oder “Ich bin ja nichts gegen Ausländer, aber…” hört man ja immer wieder gern. Wie kaum ein anderes Thema wird die Europäische Integration mit Zuwanderung assoziiert. Diese zu kritisieren zählt bei vielen immer noch zum guten Ton. Und wenn das “das Volk” etwas gegen “die Fremden” sagt, dann ist das ja nicht schlimm, oder? Aber #jetztmalehrlich, warum ist Populismus gefährlich?

Publikativ.org, ein Projekt der Amadeu Antonio Stiftung, hat in einem interessanten Beitrag mal den Zusammenhang zwischen populistischen Parolen und Übergriffen auf Ausländer beschäftigt. Gerade Anfang des Jahres, im Zuge der Debatte um “Armutsmigration”, kamen von einigen Parteien scharfe Worte.

[...] der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch merkte im Rheinneckarblog treffend an: ”Wenn selbst führende Politiker demokratischer Parteien wie Horst Seehofer sagen, man werde sich „bis zur letzten Patrone“ gegen Einwanderung in die Sozialsysteme wehren, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn junge Menschen denken, Gewalt gegen Migranten wäre in Ordnung.”

Insbesondere im letzten Jahr wurde das Schicksal Asylsuchender in Deutschland immer öfter in den Medien dargestellt. Dabei hat der seit 3 Jahren herrschende Krieg in Syrien sicherlich seinen Anteil daran. Dass die effektiven Zuwandererzahlen in Deutschland trotzdem eigentlich noch überschaubar sind, hatten wir neulich bereits thematisiert.

Diese mediale Präsenz “des Fremden” wurde natürlich direkt vom rechten Rand aufgegriffen und mit der Debatte um die Arbeitnehmerfreizügigkeit vermengt und als Mobilisierungspotential genutzt.

Dazu kommen bislang 24 rassistische Aufmärsche und Kundgebungen, mehr als die Hälfte davon wurde von der NPD und ein weiteres Fünftel von „Bürgerinitiativen“ angemeldet, die teils direkt von der NPD gegründet wurden. Weitere Anmelder sind die Partei „der 3. Weg“, „Die Rechte“, „Pro“-Parteien und „Freie Kameradschaften“.

Gleichzeitig haben laut einer zitierten Studie gewalttätigen Übergriffe auf Unterkünfte von Asylsuchenden drastisch zugenommen. Die zeitliche Überschneidung zwischen öffentlich geführter Debatte um eine “neue Präsenz” von Ausländern in Deutschland und tätlicher Übergriffe kann dabei sicherlich kein Zufall sein.

„Die Debatte um die sogenannte „Armutszuwanderung“ beschränkt sich jedoch nicht auf die rechte Szene, sondern wird derzeit bundesweit geführt. Sie schafft einen Nährboden für rassistische Ideologien und daraus folgende (Gewalt-)taten.“

Genau deshalb ist es wichtig, populistischen Debattenbeiträgen Inhalte entgegen zu stellen. Egal ob hier, am Küchentisch oder in den Medien!

Der ganze Artikel noch einmal hier: http://www.publikative.org/2014/03/14/aus-schlagworten-werden-brandsaetze/

Bild-Quellen:

BILD Apo © Publikativ.org