Gender Mainstreaming

Forderung

„Gleichberechtigung statt Gleichmachung“

Die AfD lehnt die Gleichstellungspolitik der EU, insbesondere finanzielle Förderungen, ab. Die Position: Ja zur Gleichberechtigung, Nein zum Gender Mainstreaming. Dieses führe zur „Aufhebung der Geschlechteridentitäten“, unterschiedliche soziale  Rollen müssten aber anerkannt werden. (Wahlprogramm S.18)

Faktencheck

Was heißt „Gender Mainstreaming“? Es bedeutet, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt.

Der Vertrag über die Arbeitsweise der EU legt in Art. 8 fest: „Bei allen ihren Tätigkeiten wirkt die Union darauf hin, Ungleichheiten zu beseitigen und die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern.“

Gender Mainstreaming ist also eine Gleichstellungstrategie, die gerade auf den bestehenden Unterschieden zwischen den Geschlechtern fußt. Führen solche zu Benachteiligung, so sollen diese durch gezielte Förderung (von Männern oder Frauen) ausgeglichen werden.

Inwiefern Gleichberechtigung effektiv durchgesetzt werden soll, ohne für Gleichstellung einzutreten, darauf bleibt die AfD eine Antwort schuldig. „Chancengleichheit für Frau und Mann“ soll unterstützt werden, jedoch ohne konkrete Maßnahmen. Es scheint, in der Welt der AfD besteht dafür kein Bedarf mehr. Dass es nicht so ist, zeigen die tatsächlichen Zahlen:

Im Durchschnitt verdienen Frauen in der EU 16% weniger als Männer, in Deutschland sind es sogar 22%.